„Gute Arbeit machen wir, wenn wir fokussiert sind“, so Arbeitsforscher Hans Rusinek.  Multitasking hilft nicht, mit allem fertig zu werden. Wenn Sie zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und her wechseln, verbrauchen Sie sogar mehr Energie.

Studien zeigen, dass das menschliche Gehirn nicht effektiv mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig bewältigen kann. Das Wechseln zwischen Aufgaben kann zu einem Zeitverlust führen, der als „Switching Cost“ bezeichnet wird.

Im Gegensatz zu Multitasking bringt Monotasking hingegen die besten Ergebnisse. Da haben Sie sogar die Chance, in den Flow-Zustand zu kommen. Die meisten Menschen wissen das instinktiv. Zumindest höre ich das immer wieder in meinem Seminaren. Leider sieht der Alltag oft anders aus. Allzu leicht erliegt man der Versuchung, doch mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Oder das Umfeld zieht einen durch die Hektik oder durch die vielen Unterbrechungen wieder ins Multitasking hinein.

Das führt zu einem Gefühl von Gehetztheit, die mit Produktivität verwechselt wird.

Multitasking – die Illusion vom effizienten Arbeiten  

Dazu möchte ich Ihnen eine Studie aus England konkret vorstellen: Hier mussten die Testpersonen an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils vier Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. Diese dauerten jeweils 15 Minuten, was sich sehr überschaubar anhört. Die Inhalte hatten es allerdings in sich: die Aufgaben bestanden aus Rechnen, einem akustischen Signal, einer visuellen Aufgabe und zusätzlich noch in der Verarbeitung eines mentalen Konflikts. Fast wie in einem realen hektischen Arbeitsalltag.

Die mentale Belastung variierte von Tag zu Tag. Danach wurde die wahrgenommene Arbeitsbelastung und die Stimmung der Probanden gemessen beziehungsweise erfragt.

Zusätzlich wurde die körperliche Auswirkung dieses Multitaskingstresses gemessen. Über den Blutdruck und die Herzschlagrate.

Die Auswirkungen von Multitasking auf die Produktivität

Das Ergebnis: Multitasking löste bereits in diesen 15 Minuten verschiedene Stressreaktionen aus. Körperlich messbar in einer höheren Herzschlagfrequenz und einem damit verbundenen Blutdruck.

Mental erlebten die Teilnehmer der Studie, dass sie die Aufgaben schwieriger und anstrengender wahrnahmen und mehr Frust erlebten, je nachdem, wie intensiv sie die Belastung erlebten.

Das bedeutet, dass Multitasking zu weniger Effizienz, aber mehr Fehlern führt. Die individuell erlebte Stressbelastung nimmt zu. Langfristig gesehen kann Multitasking sogar die geistige Leistungsfähigkeit verringern. Wer will das schon?

Flow bringt Sie in die Energie und Leichtigkeit

Flow hingegen bezeichnet einen Zustand intensiver mentaler Konzentration und Sie sind völlig vertieft in das, was Sie tun. Gleichzeitig ist genügend Energie da, mit der Sie gut etwas gestalten können. Die Zeit spielt (fast) keine Rolle und es läuft alles quasi wie von selbst.

Die Aufgabe oder Herausforderung passt mit Ihren Interessen und Ihren Fähigkeiten zusammen. Im Flow-Zustand haben Menschen das Gefühl, die Kontrolle über ihre Handlungen und das Ergebnis zu haben, was zu einem gesteigerten Selbstvertrauen führt.

Dazu passt eine Forschung von

Das alles wird noch durch die Forschung von Mihály Csikszentmihalyi, der viele Jahr zum Flowerleben geforscht hat, untermauert. Er stattete Menschen mit Pagern aus, die mehrmals am Tag ein Signal gaben. Das war der Zeitpunkt, an dem die Menschen notierten, was sie gerade taten und welches Gefühl sie dabei hatten. Das Ergebnis: „Die besten Augenblicke hatten Menschen im Allgemeinen, wenn ihr Körper oder ihr Verstand dabei waren, etwas zu leisten und dabei an ihre Grenzen gingen – der Flow-Zustand.“ Die meisten Menschen sind aber umgekehrt der Überzeugung, dass nicht Anstrengung, sondern allein die Entspannung sie glücklich und zufrieden macht.

 

Flow erleben in der Konzentration

Abgesehen davon wirkt Flow positiv auf Ihre Stimmung und führt so zu mehr Zufriedenheit und manchmal sogar zu einem Glückserlebnis. Alles Aspekte, die eine erhöhte Produktivität ermöglichen, bei der Sie gesund bleiben.

Umgekehrt führt Verbissenheit zu Anstrengung und das, was Sie tun, fühlt sich schwer an. So, wie es die Studienteilnehmer erlebt haben.

Was hält Sie davon ab, häufiger in den Flow zu kommen?

  • Perfektionismus, der schnell Anspannung erzeugt
  • Allen gerecht zu werden
  • Alles auf der to-do-Liste erledigen (selbst wenn die immer länger wird)
  • Stress von Außen in Form von Mails, Messenger oder Telefon
  • Unterbrechungen von innen, Sorgen, Zukunftsszenarien
  • Hektik und das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben (was oft zutrifft)
  • Erlauben Sie sich, dass es auch mal leicht sein darf?

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn Sie sich Sorgen um die Zukunft machen, geht die Energie in die Sorgen und in mögliche Szenarien. Unser Gehirn kann da sehr kreativ sein! Negative Gedanken ziehen weitere Gedanken in diesen grauen Farben magisch an.

Über Strategien, wie Sie  Ablenkungen reduzieren und Ihre Konzentration stärken können, habe ich hier und hier bereits geschrieben. und zur Förderung von Konzentration.

Wie Sie leichter in den Flow kommen

Nur ein Sie Fingerschnippen reicht nicht aus, um sich selbst in den Flow zu bringen. Um sich und Ihr Gehirn auf diesen Zustand der Leichtigkeit einzustimmen, brauchen Sie etwa 15 Minuten. In dieser Zeit sorgen Sie dafür, dass Sie weder gestört noch unterbrochen werden. Keine Mails, kein Handy.

Orientieren Sie sich doch an diesen 6 Tipps:

  • Eliminieren Sie alles, was Sie ablenken kann.
  • Setzen Sie sich klare Ziele, die realistisch sind und Sie voranbringen
  • Sorgen Sie dabei für Zeitpuffer
  • Machen Sie Pausen – und wenn es mal nur eine Minute ist – besser sind 5 Minuten und Pausen, in denen Sie idealerweise nichts tun
  • Passt die Herausforderung und können Sie selbst etwas entscheiden und Inhalte gestalten?
  • Reflektieren Sie Ihre Zwischen- und Endergebnisse, notieren Sie, was Sie das nächste Mal eventuell anders machen werden. Lernen Sie von sich selbst!

Fazit

Den ganzen Tag im Flow sein, das klappt eher nicht. Denn schon die nächste kleine Unterbrechung kann Sie da wieder rausreissen. Wichtiger ist, sich die Möglichkeit zu schaffen, bewusst und konkret, immer wieder Flowzeiten zu erleben. Sie kommen voran, mit weniger Energieaufwand und einer erhöhten Produktivität.

Achten Sie darauf, wann Sie in den Multitaskingmodus rutschen. Vielleicht eher dann, wenn die Energie sowieso nachlässt? Machen Sie in dem Fall lieber eine Pause und sortieren Sie sich innerlich, um danach wieder weiterzumachen.

Wenn Sie merken, dass Sie gerade weit weg von jeglichem Flowerleben sind, wechseln Sie die Aufgabe, tun Sie etwas, was leicht zu einem kleinen Ergebnis führt.

Sprechen Sie diese Themen doch im nächsten Meeting an, denn Zufriedenheit gepaart mit Produktivität will doch jeder, oder?

Was sind Ihre Erfahrungen, wann erleben Sie sich im Flow? Schreiben Sie mir doch direkt mail@margit-reinhardt.de.  

 

 

Als ich vor einiger Zeit las, dass auf dem Mannheimer Maimarkt ein Augenmodell ausgestellt ist, in das man sogar hineingehen kann, war klar: da muss ich hin! Unter dem Titel: Erlebbare Medizin konnte man tatsächlich in ein Auge hineingehen. Als Augentrainerin fast ein Muss, aber ein neugieriges!

So ein kleines und äusserst komplexes Organ wie das Auge in dieser eindrucksvollen Größe von 2,30 Meter Höhe und 2,25 Meter Breite zu erleben und tatsächlich hineingehen zu können, das hat schon was.

Seitenansicht Augenmodell mit Hornhaut, Iris und Pupille

Erlebbare Medizin – das Augenmodell

In meinen Seminaren kommt es immer wieder zu Fragen in Bezug auf Augenerkrankungen. Oder ich erfahre von Teilnehmern, was sie in der Familie oder im Freundeskreis schon gehört haben oder wie sich Augenkrankheiten im Alltag konkret auswirken. Seltener erlebe ich Teilnehmer, die tatsächlich solche Seheinschränkungen haben, dass sie einen speziell eingerichteten Arbeitsplatz benötigen.

Neben Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie der Altersweitsichtigkeit, was fast die Hälfte der Menschen kennen,  können sich viele Erkrankungen wie etwa Diabetes oder Blutdochdruck mit auf die Augen auswirken. Viele Erkrankungen sind altersbedingt, können uns also irgendwann einmal betreffen.

Hier auf dem Maimarkt hatte ich die Chance, mit ausführlich zu informieren. Einmal über die Auswirkungen der Augenerkrankungen, das wurde mir von einer sehr netten Dame vom  Badischen Blinden und Sehbehindertenverein aus Mannheim, sehr gut erklärt.

Da die Lebenserwartung steigt und altersbedingte Augenerkrankungen zunehmen, waren diese Infos für mich sehr hilfreich. Der Berufsverband der Augenärzte schätzt, dass es hier eine Zunahme von 20-30 % in en nächsten 5 Jahren geben kann.

Unser wichtigstes Sinnesorgan – erst recht am Bildschirm

Für mich ist das Auge nach wie vor unser wichtigstes Sinnesorgan. Etwa die Hälfte aller Informationen – am Bildschirm sogar mehr – werden über die Augen aufgenommen.
In meinen Seminaren frage ich oft, wie viele Stunden jeweils im Nahbereich verbracht werden. Also besonders bei der Arbeit am Bildschirm, wobei die Nutzung des Handys natürlich mit dazuzählt.
Denn auch hier sind die Augen nochmal besonders gefordert. Im Schnitt sind es aktuell so um die 10 Stunden.

 

10 Stunden mit wenig Pausen oder Sehabwechslungen. Das wirkt – auf die Anspannung der Muskulatur besonders im Bereich der Linse, die für die Scharfeinstellung zuständig ist. Die Linse kann ihre Brechungskraft verändern, je nachdem ob wir in die Ferne oder Nähe schauen. Das gelingt jetzt ganz vereinfacht gesagt zusammen mit dem Ziliarmuskel, der die Linse umgibt. Die Linse verliert im Laufe der Jahre ihre Brechungskraft, so etwa ab 40 oder 45 Jahren. Dann kommt die Zeit der Lesebrille oder der Gleitsichtbrille. Am Bildschirm ist es dann die Arbeitsplatzbrille, die das Sehen erleichtert.

Das Innere des Auges mit dem Sehnerv

Auf der Netzhaut – wie hier in der Abbildung zu sehen – befindet sich der Bereich des schärfsten Sehens, die Makula. Den brauchen Sie, wenn Sie das hier lesen und immer dann, wenn Sie etwas scharf und genau sehen und erkennen wollen. Genau dieser Bereich braucht auch Pausen, um mal ‚durchatmen‘ zu können.

Kombinieren Sie das zum Beispiel mit einem Blick aus dem Fenster, am besten gleich mal für mindestens 20 Sekunden.

Die Netzhaut und die Makula sind die Bereiche, die sich der Augenarzt ansieht, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Von daher sind Vorsorgeuntersuchungen so wichtig, die sollten Sie nicht auslassen. Darauf weise ich inmeinen Seminaren auch immer wieder hin. Insbesondere was den grünen Star betrifft, also die Messung des Augeninnendrucks. Sie merken davon lange Zeit nichts, aber der Sehnerv kann bereits geschädigt sein.

 

Von hier aus geht es direkt ins Sehzentrum

Der Sehnerv leitet die Nervenimpulse von der Netzhaut – also von den lichtempfindlichen Rezeptoren – an das Sehzentrum im Gehirn weiter. Das sind unbeschreiblich viele Nervenfasern auf kleinstem Raum, nämlich 1,2 Millionen Fasern, die von hier zum Sehzentrum gehen. Genau dort erleben wir schließlich das Sehen.

Rückansicht des Auges mit den Augenmuskeln und dem Sehnerv

Rückansicht Auge mit dem Sehnerv

Sehunterstützungen 

Brillen gehören natürlich mit dazu. Aber es gibt noch viel viel mehr. Für Menschen, die entweder eine Augenerkrankung oder besonders stark kurzsichtig sind oder eine Seheinschränkung haben.

Hilfsmittel für Seheingeschränkte Menschen, sowohl für den privaten als auch für den beruflichen Bereich

Von Lese- und Vorlesesystemen für zu Hause oder im Beruf. Oder in der Schule. Das beginnt bei alltägliche Dingen im Haushalt, um trotz Seheinschränkungen möglichst gut zurechtzukommen. Natürlich gehören Lupen dazu, spezielle Fernsehbrillen oder um Zeitung oder Bücher zu lesen oder um das Handy zu nutzen.

Das Spektrum ist wirklich groß. Von der Vergrößerung, dem Vorlesen bis hin zum Abspeichern von pdf’s oder mit einer Verbindung zum PC oder zur Nutzung als Raumkamera.

Die Adresse für eine persönliche Beratung für zu Hause oder im Beruf (in BW) gebe ich gerne weiter. Eine Übersicht über die Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet finden Sie hier: https://www.reineckervision.de/de/beratungsstellen/

Weitere Unterstützung und Hilfe finden Sie beim Blickpunkt Auge.

 

Prävention ist umso wichtiger – etwa mit der 3×20 Pausenformel

Mein Part ist die Prävention. Das ist das, was Sie selbst tun können, um Ihre Augen zu entlasten, sie zu stärken und Ihre Sehkraft und Sehfähigkeit so lange wie möglich gut zu erhalten.

Hier mein Tipp für Sie, der sich leicht merken lässt: alle 20 Minuten für 20 Sekunden 20 Yards (18,8 Meter) weit vom Bildschirm weg schauen. Wenn Sie es nicht alle 20 Minuten schaffen, aber einmal pro Stunde sollte schon drin sein, oder?

 

Wenn Sie mehr wissen oder tun wollen, schauen Sie sich doch mein Angebot für die Augenfitness am Bildschirm an!

Sie können mir direkt schreiben, wenn Sie weitere Infos möchten:  mail@margit-reinhardt.de.